February 14, 2022

Einfache Techniken zur Maximierung von Wertschöpfung 🇩🇪

Was macht Kund:innen unglücklich? Unhappy Users

Heutzutage sind Produkte meistens wenig erfolgreich, wenn sie nicht den Nutzen liefern, den Benutzer:innen benötigen um ein Problem schnell, sicher und bequem zu lösen. Das Produkt schafft es nicht die Benutzer:innen glücklich zu machen. Im Gegenteil, die Benutzer:innen quälen sich mit dem Produkt rum, weil das Produkt

  1. ihre Bedürfnisse nur teilweise abdeckt oder
  2. es ihnen das Leben sogar schwer macht 

Warum sollte man so ein Produkt überhaupt bauen? Leider passiert das doch öfters als wir denken.

Eine häufige Ursache für den ersten Punkt ist, dass beim Produkt Design die Bedürfnisse der Benutzer:innen nicht hinreichend identifiziert werden. Leider neigen Menschen dazu schnell Lösungen zu identifizieren, wenn Ihnen ein Problem gegeben wird. Unbewusst werden Schlussfolgerungen gezogen, die den Lösungsraum massiv einschränken. Das ist leicht daher gesagt und schwer zu glauben, Hier ein einfaches frei übersetztes Beispiel von Don Reinertsen:

Die Kund:innen sagten uns, dass sie leicht zu tragende Koffer wollten und baten uns Koffer sehr leichtgewichtig zu machen. Das haben wir gemacht. Aber dann haben die Kund:innen unsere eleganten Designs abgelehnt und die schweren Koffer der Konkurrenz gekauft - die mit den Rollen!”

Was ist passiert? Der Hersteller hat den Lösungsvorschlag der Kund:innen aufgegriffen und umgesetzt. Hätte der Hersteller das unterliegende Bedürfnis der Benutzer:innen aufgegriffen "weniger erschöpft anzukommen", dann hätten sich wesentlich mehr Lösungsmöglichkeiten ergeben. Zum Beispiel den Koffer mit Rollen auszustatten.
Ich habe schon oft beim Produkt Design erlebt:  

eine eingeschränkte Analyse im Problemraum schränkt den Lösungsraum unnötig ein und führt oft zu suboptimalen Lösungen  

Eine häufige Ursache für den zweiten Punkt ist, dass beim Produkt Design die typischen Arbeitsabläufe der Benutzer:innen nicht hinreichend identifiziert werden. 
Habt Ihr das in der Rolle einer Benutzer:in auch schon erlebt: Ihr bekommt eine Aufforderungen einen Business Prozess zu durchlaufen und dann passen Schritte nicht auf Eure Situation und der Prozess sieht keine Variante vor? Oft denken Benutzer:innen dann: "die kennen meine Arbeitsabläufe nicht". 
Ich habe schon oft beim Produkt Design beobachtet:  

eine eingeschränkte Analyse im Lösungsraum reduziert die Flexibilität von Lösungen 

Welche Techniken können helfen diese Fehler zu vermeiden? 

Es gibt viele Techniken, die hier helfen können. Hier die Top 3 Techniken mit denen ich gerne arbeite:  

  • Persona
    Um Empathie aufzubauen und aus der Sicht der Benutzer:innen zu denken, entwirft man eine oder mehrere Persona. Eine Persona ist eine archetypisch Benutzer:in, die die Ziele, Schmerzpunkte und Bedürfnisse einer Benutzergruppe wiedergibt. Es geht NICHT um demographische Übereinstimmung, sondern um eine Gruppe von Personen, die das gleiche Problem haben. Um eine Persona sinnvoll zu erstellen, interviewt man Benutzer:innen und beobachtet sie in ihrem Arbeitsumfeld. 
  • Value Proposition Canvas 
    Ein Value Proposition Canvas ist eine Technik um Wertschöpfung für Kund:innen zu visualisieren, designen und zu testen. Dazu werden Bedürfnisse, Schmerzpunkte und Aufgaben potenzieller Kund:innen dem potentiellen Nutzen eines Produkts oder Service gegenübergestellt. Die Inhalte werden so lange iteriert bis Wertversprechen für ein Produkt formuliert sind, die für Kund:innen hilfreich sind.   
  • User Story Mapping 
    Eine User Story Map gibt den Fluß durch einen Business Prozess von Anfang bis Ende wieder unter Berücksichtigung von allen am Prozess beteiligten Persona und der relevanten Varianten im Prozess. 

Teammitglieder mit Vorwissen in UX Design bringen viele Techniken für gutes Produkt Design mit an Board. Die hier aufgelisteten Techniken sind ein guter Anfang für Product Owner:innen und Developer:innen um besseres Produkt Design anzugehen.  
Diese Techniken lassen sich gut im Team Prozess eines Scrum Teams integrieren. Insbesondere sind diese Techniken im Product Backlog Refinement sehr nützlich. 

Wieso hilft uns besseres Produkt Design den Wert unseres Produkts zu maximieren? Happy

Glückliche Kunden nutzen ein Produkt wieder und wieder. Das hat für den Hersteller den Vorteil, dass Kund:innen das Produkt kaufen oder abonnieren oder immer wieder kaufen.  
Fast noch wichtiger ist, dass sie das Produkt anderen empfehlen. Das ist ein wichtiger Bestandteil einer Wachstumsstrategie. 
Damit hat man dann eine bessere Basis um immer wieder Feedback einzuholen um das Produkt immer weiter auszubauen und zu verbessern.

Was hilft Euch um Wert zu maximieren? Schreibt es in die Kommentare um einen Dialog zu starten

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